SCORM, xAPI & Co. – Welche Exportformate im eLearning wirklich wichtig sind

SCORM, xAPI & Co. – Welche Exportformate im eLearning wirklich wichtig sind

Ein eLearning ist fertig produziert – doch wie gelangt es nun zu den Lernenden? Die Antwort liegt im Exportformat. Dieses sorgt dafür, dass Lerninhalte technisch korrekt im LMS (Learning Management System) dargestellt und die gewünschten Tracking-Informationen übermittelt werden. Die gute Nachricht: Es gibt bewährte Standards. Die Herausforderung: Jeder Standard hat seine Besonderheiten.

SCORM 1.2 – Der Evergreen unter den Formaten

Der SCORM-Standard ist der Klassiker unter den eLearning-Formaten. SCORM steht für Sharable Content Object Reference Model und legt fest, wie Lerninhalte strukturiert, dargestellt und im LMS nachverfolgt werden.

Vorteile von SCORM 1.2:

  • Weltweit am häufigsten genutzt
  • Kompatibel mit nahezu allen LMS
  • Unterstützt grundlegendes Tracking: Kurs gestartet, abgeschlossen, Punktzahl bei Tests

Einschränkung:
Keine detaillierte Verfolgung komplexer Lernpfade oder Zwischenstände möglich. Ideal für einfache, lineare Kurse mit abschließendem Test.

Tipp: Verwende SCORM 1.2, wenn maximale Kompatibilität gefragt ist und keine erweiterten Trackingfunktionen nötig sind.

SCORM 2004 – Für komplexere Anforderungen

SCORM 2004 ist die Weiterentwicklung von SCORM 1.2. Es ermöglicht zusätzlich:

  • die Verfolgung von Seitenverläufen und Teilfortschritten
  • die Definition komplexer Lernpfade mit Abhängigkeiten

Aber Vorsicht:
Nicht jedes LMS unterstützt SCORM 2004 vollständig. Vor dem Einsatz sollte unbedingt ein Kompatibilitätstest erfolgen (z. B. mit SCORM Cloud).

Tipp: SCORM 2004 ist sinnvoll, wenn Zwischenergebnisse relevant sind oder Lernende nicht-linear durch den Kurs navigieren.

xAPI (Experience API, ehemals Tin Can) – Für das Lernen außerhalb des LMS

xAPI wurde entwickelt, um auch außerhalb eines LMS Lernaktivitäten zu erfassen – z. B. in Apps, auf Websites oder bei realen Handlungen (z. B. Geräteeinsatz, Simulation).

Vorteile:

  • Sehr flexibles Tracking
  • Auch mobile und offline-Aktivitäten erfassbar
  • Daten werden in einem separaten Learning Record Store (LRS) gespeichert

Wichtig: Für den Einsatz wird ein LRS benötigt – zusätzlich zum LMS.

Tipp: Ideal für moderne, vernetzte Lernumgebungen mit komplexen Lernerfahrungen, mobilen Elementen oder Learning Analytics.

HTML5 / Weblink – Für informelle Inhalte ohne Tracking

Nicht immer ist ein LMS im Einsatz – oder es geht nur darum, einen Kurs informativ zur Verfügung zu stellen, z. B. per Newsletter oder Intranet-Link.

Vorteile:

  • Kein LMS notwendig
  • Einfach zu veröffentlichen (als Link oder eingebettete Seite)
  • Schnelle Verfügbarkeit

Einschränkungen:

  • Kein Tracking
  • Kein Nachweis über Nutzung oder Erfolg

Tipp: Nutze HTML5-Export für rein informative Lerninhalte ohne Prüfpflicht oder wenn der Fokus auf Reichweite und Einfachheit liegt.

Was wird beim Export noch festgelegt?

Unabhängig vom Format solltest du beim Export im Autorentool folgende Einstellungen beachten:

Wann gilt der Kurs als abgeschlossen?
– z. B. nach Durchlauf aller Seiten oder bestandener Test

Was wird getrackt?
– Testergebnisse, Fortschritte, Verweildauer

Wird der Fortschritt gespeichert?
– sog. „Resume“-Funktion für Kursunterbrechungen

Welche Punktzahl ist zum Bestehen nötig?
– inkl. Anzeige im LMS

Fazit: Das richtige Format spart Zeit & Nerven

Die Wahl des passenden Exportformats entscheidet maßgeblich darüber, ob dein eLearning technisch reibungslos funktioniert, richtig ausgewertet werden kann – und zukunftssicher aufgesetzt ist.

Unser Praxis-Tipp:
Teste deine eLearnings vorab in einer neutralen Umgebung wie SCORM Cloud, bevor du sie ins produktive LMS überträgst. So lassen sich viele technische Fallstricke frühzeitig erkennen.

SCORM, xAPI & Co. – Welche Exportformate im eLearning wirklich wichtig sind

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