Digitale Lernangebote sollen Wissen vermitteln – nicht ausgrenzen. Doch genau das passiert, wenn eLearnings nicht barrierefrei sind oder auf mobilen Geräten kaum nutzbar. Die gute Nachricht: Mit etwas Know-how und der richtigen Planung lassen sich Inhalte gestalten, die inklusiv UND flexibel sind. Ein echter Gewinn für alle – und ein Muss für moderne Lernangebote.
Barrierefreiheit – mehr als nur ein Extra
Barrierefreiheit im eLearning bedeutet: Alle Menschen können Inhalte selbstbestimmt nutzen – egal ob mit körperlichen Einschränkungen, Lernhürden oder besonderen technischen Voraussetzungen. Gleichzeitig profitieren auch andere Nutzer:innen davon: Untertitel helfen z. B. in lauter Umgebung oder bei fremdsprachigen Inhalten.
Die 6 wichtigsten Anforderungen an barrierefreie eLearnings:
- Untertitel & Transkripte:
Für alle Audio- und Video-Inhalte sollten schriftliche Alternativen vorhanden sein. Das hilft bei Hörbeeinträchtigungen, Sprachbarrieren und nebenbei auch beim schnellen Nachlesen. - Tastaturbedienung:
Alle Funktionen – Navigation, Buttons, Quiz – müssen vollständig ohne Maus bedienbar sein. Die Tab- und Enter-Taste sind Pflicht. - Screenreader-Kompatibilität:
Texte, Alternativtexte, klare Überschriftenstruktur – damit Screenreader zuverlässig arbeiten können. Wichtig: keine Bilder ohne Beschreibung und semantisch saubere HTML-Struktur. - Farbkontraste & Schriftgrößen:
Helle Schrift auf hellem Hintergrund? Lieber nicht. Hohe Kontraste und skalierbare Schriftgrößen machen Inhalte für alle besser lesbar. - Visuelle Hinweise nicht nur über Farbe:
Sätze wie „Klicken Sie auf das grüne Symbol“ sind problematisch. Farben sollten immer mit Formen, Symbolen oder Texten kombiniert werden. - Test auf Barrierefreiheit:
Tools wie der WAVE Accessibility Checker, Axe oder der Barrierefreiheitsmodus in Storyline helfen bei der Prüfung.
Unser Tipp: Die internationalen WCAG 2.1-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines) sind ein guter Orientierungsrahmen.
Mobile Nutzung – Pflicht statt Kür
Über 70 % der Lernenden greifen inzwischen mobil auf Inhalte zu. Wer eLearning-Module plant, sollte deshalb sicherstellen: Auch auf Smartphone oder Tablet muss alles gut lesbar, navigierbar und klickbar sein.
Darauf kommt es beim Responsive Design an:
- Inhalte passen sich automatisch an verschiedene Bildschirmgrößen an
- Interaktive Elemente sind auch mit dem Finger gut bedienbar
- Schriftgrößen und Abstände sind auf kleineren Displays angepasst
- Medien (z. B. Videos) werden automatisch skaliert
- Kein Scrollen im Zickzack – mobile Navigation muss intuitiv sein
Tipp: Teste dein eLearning auf echten Geräten – nicht nur im Desktop-Simulator.
Kompatibilität – der stille Erfolgsfaktor
Barrierefreiheit und mobile Optimierung bringen nichts, wenn das eLearning technisch nicht läuft. Achte auf folgende Punkte:
- Browser-Kompatibilität: Funktioniert der Kurs in Chrome, Edge, Safari & Co.?
- LMS-Kompatibilität: Wird SCORM oder xAPI korrekt unterstützt?
- Gerätevielfalt: Teste auf Windows, macOS, iOS und Android
- Ladezeiten: Kurze Ladezeiten sind besonders mobil entscheidend
- Fehlermeldungen: Klare, verständliche Hinweise bei Problemen (z. B. „Bitte drehen Sie Ihr Gerät“ statt technisches Kauderwelsch)
Fazit: Inklusive eLearnings erreichen mehr Menschen
Barrierefreie und mobiloptimierte eLearnings sind kein „Nice-to-have“, sondern Standard in jeder professionellen Lernumgebung. Wer Lernende wirklich erreichen möchte, denkt Vielfalt, Nutzbarkeit und technische Kompatibilität von Anfang an mit. Das Ergebnis: zufriedene Nutzer:innen – und ein eLearning, das wirkt.

Ab ins eLearning-Abenteuer!
Sie stehen am Start eines neuen eLearning-Projekts – oder stecken mittendrin?
Dann haben Sie sich gerade genau das richtige Reisegepäck gesichert: unseren neuen Leitfaden „eLearning-Produktion leicht gemacht“. Da drin steckt alles, was Sie für die Konzeption, Umsetzung und Auslieferung digitaler Lernformate brauchen – ganz ohne Fachchinesisch.


